Sturm

Sobald der Sommer vorbei ist, können wir Österreicher es kaum erwarten, dass es beim Heurigen endlich Sturm gibt. Dieses Getränk ist der “stürmisch” gewordene Most, er hat zu gären begonnen, und wird im Laufe des Herbstes immer gefährlicher, da er ja laufend weitergärt. Gefährlich deshalb, da der Alkoholgehalt beim Trinken fast überhaupt nicht wahrgenommen wird. Es schmeckt fruchtig-säuerlich-süß und ist “süffig” – hat man das Glas mal angesetzt, so fällt es schwer aufzuhören, bevor es leer ist.

Es gibt roten Sturm und weißen, die Sorten sind meist früh gelesene Trauben (Anfang August), während die Lese der Trauben für die traditionellen österreichischen Weine je nach Witterung meist erst Ende September bis Ende Oktober stattfindet.

Auch in unserem nördlichen Nachbarland Tschechien wird im September und Oktober gerne Sturm getrunken. In den Weinbaugebieten an der nordöstlichen Grenze zu Österreich, zwischen Valtice und Mikolov, stehen überall Karren mit Fässern an den Straßen. Ein Schild “Burčák” (gespr. Burtschaak) lädt zum Stehenbleiben ein.

In Deutschland heißt der Sturm “Federweißer” bzw. “Federroter”.

Beim Trinken in fröhlicher Runde aufgepasst:

NICHT anstoßen, nur zuprosten mit dem Wort “MAHLZEIT”!
Wer uneingeweiht “PROST” sagt, muss die Runde zahlen.