Uhudler

Mit dem Uhudler verbindet man einen Geschmack, der “dia de Zähnt zamziagt”. Gerade deshalb und nicht zuletzt auf Grund seiner bewegten Geschichte wird dieser Tropfen von Liebhabern geschätzt. Der Uhudler lässt sich nicht so leicht unterkriegen:

Ohne die Reblaus, die um 1900 die europäischen Weingärten vernichtete, gäbe es heute keinen Uhudler. Zur Bekämpfung dieses Schädlings wurden amerikanische, reblausresistente Weinreben nach Europa gebracht und hier mit den einheimischen europäischen Rebsorten veredelt. Einige Winzer fanden Gefallen an dem Wein, der sich aus den unveredelten amerikanischen Reben (=Direktträgern) keltern ließ. Diese Direktträgerweine wurden später Uhudler genannt, eine Bezeichnung, die Ende 1950 im Südburgenland entstand.

Die Abstammung des Namens wird folgendermaßen erklärt: Nachdem der Wein hergestellt wurde und die Männer auch schon gekostet hatten und dann mit Ringen unter den Augen zu ihren Frauen kamen, sagten diese zu ihnen: “Du schaust ja aus wie ein Uhu!”

Diese Direktträger werden in Österreich auch gerne als “Heckenklescher” oder “Rabiatbeeren” bezeichnet.

Lange wurde behauptet, dass der Wein von Direktträgen einen hohen Gehalt an Fuselölen und Methanol enthält und daher gesundheitsschädlich sei. In den 70er Jahren wurde in Österreich der Uhudler auf die Verwendung als Haustrunk beschränkt. Die Produktion war damit nur mehr für den Eigenverbrauch erlaubt.

Mitte der 80er Jahre wurde der Begriff Haustrunk im Zuge der enormen Verschärfung des österreichischen Weingesetzes aufgrund des Weinskandals aus dem Weingesetz gestrichen, womit der Uhudler – bis 1992 – verboten war. In dieser Zeit wurden tausende von Litern Uhudler (vor allem im Südburgenland) von Kellereisinspektoren ausgeleert und kanalisiert. Einer der berühmtesten Uhudlerweinbauernvertreter dieser Zeit ist der legendäre Heiligenbrunner “Rübezahl”, Johann Trinkl, der für den Erhalt dieses Weines kämpfte.

1992 wurden die Weingesetze novelliert und der Uhudler darf seitdem verkauft werden.

Heute wird der Uhudler aus mehreren, weißen und roten Direktträgersorten hergestellt. Die beliebtesten Weinreben sind Concord, Isabella, Elvira, Clinton, Ripadella und Noah. Der Name Uhudler ist markenrechtlich geschützt und darf ausschließlich im Südburgenland (Bezirk Jennersdorf, Güssing und Oberwart) verwendet werden. Außerdem dürfen nur solche Uhudlerweine, die eine strenge Weinverkostung positiv bestanden haben, das Originaletikett tragen.

Weitere Infos siehe
http://de.wikipedia.org/wiki/Uhudler